Goldener Bär für Deutschland: „Gelbe Briefe“ triumphiert – Berlinale feiert Kino und Zugänglichkeit
Datum 23.02.2026
Die Berlinale 2026 setzt ein kraftvolles Zeichen für Kino, das Grenzen überwindet: Der Goldene Bär geht an „Gelbe Briefe“ von İlker Çatak – der erste deutsche Siegerfilm seit über zwei Jahrzehnten nach Gegen die Wand (2004).
Das Politdrama über ein türkisches Künstlerpaar im Konflikt mit staatlicher Repression überzeugte die Jury mit erzählerischer Intensität und politischer Dringlichkeit. Auch Sandra Hüller wurde geehrt und erhielt den Silbernen Bären für ihre Rolle im historischen Drama „Rose“. Den Großen Preis der Jury gewann „Kurtuluş“ von Emin Alper – eine archaisch anmutende Tragödie über eskalierende Dorfkonflikte.
Parallel stärkt das Festival die Zugänglichkeit: 14 Filme liefen mit Audiodeskription (11 deutsch, 3 englisch). Unter Mitwirkung von Anke Nicolai zeigt sich: Barrierefreiheit wird zur künstlerischen Dimension – nicht Zusatz, sondern Teil der filmischen Sprache. Berlin beweist damit, dass große Bilder erst vollständig sind, wenn alle sie erleben können.