Menschen mit Behinderungen blicken mit Sorge auf das Jahr 2026
Datum 13.01.2026
Mit dem Start ins neue Jahr 2026 treten auch verschiedene gesetzliche Änderungen in Kraft. Diese betreffen unter anderem auch den Personenkreis von Menschen mit Behinderungen. Vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen wird bei den Betroffenen vermehrt eine gewisse Besorgnis erkennbar.
Viele Menschen mit Behinderungen sehen dem Jahr 2026 mit Zurückhaltung entgegen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Aktion Mensch, die heute in Bonn vorgestellt wurde. Demnach äußerten sich nur 37 Prozent der knapp 500 Befragten optimistisch über das kommende Jahr – ein Wert, der auf eine spürbare gesellschaftliche Verunsicherung hindeutet.
Bemerkenswert ist dabei ein scheinbarer Widerspruch: Rund 61 Prozent der Teilnehmenden gaben an, mit ihrem aktuellen Leben zufrieden zu sein. Dennoch überwiegen mit Blick auf die Zukunft Sorgen, insbesondere in zentralen Bereichen der sozialen Absicherung. Gesundheit und Pflege stehen für 40 Prozent der Befragten an erster Stelle der gesellschaftlichen Herausforderungen für 2026. Damit haben diese Themen im Vergleich zum Vorjahr deutlich an Bedeutung gewonnen.
Weitere zentrale Sorgen betreffen die wirtschaftliche Entwicklung. Inflation und steigende Lebenshaltungskosten nannten 34 Prozent, dicht gefolgt von Armut und sozialer Ungleichheit mit 33 Prozent. Im Jahr 2025 dominierten noch Inflation, Armut und Migration die Sorgenagenda. Der aktuelle Fokuswechsel hin zu Gesundheit und Pflege lässt sich laut Aktion Mensch unter anderem mit steigenden Krankenkassenbeiträgen und der intensiven öffentlichen Debatte über die Finanzierung der Pflegeversicherung erklären.
Die Befragung wurde in der sogenannten „Teilhabe-Community“ durchgeführt – dem ersten Umfrage-Panel im deutschsprachigen Raum, das ausschließlich aus Menschen mit Beeinträchtigung besteht. Die Ergebnisse machen deutlich: Auch wenn persönliche Zufriedenheit vorhanden ist, wächst die Sorge um strukturelle Sicherheit. Für Politik und Gesellschaft ist dies ein klares Signal, Inklusion, Gesundheitsversorgung und soziale Absicherung stärker in den Mittelpunkt der Zukunftsgestaltung zu rücken.