Navigation und Service

Unsichtbar, aber nicht unbedeutend: Eine Sonnenblume setzt ein Zeichen

Datum 20.10.2026

Nicht alle Behinderungen sind sichtbar – und doch prägt sie den Alltag vieler Menschen. Daran erinnerte der Tag der nicht sichtbaren Behinderungen am 20. Oktober.

Im Mittelpunkt steht ein kleines Symbol mit einer großen Botschaft: die Sonnenblume. Auf einem grünen Schlüsselband wird sie zum Zeichen für Verständnis und Rücksichtnahme. Das sogenannte Sunflower Lanyard signalisiert: Ich brauche vielleicht etwas mehr Unterstützung. Mehr Geduld, mehr Zeit oder einfach ein wenig Verständnis – und das, ohne die eigenen Behinderungen erklären zu müssen.

Wie wichtig das ist, weiß Hannah Pforr aus eigener Erfahrung. Die 26-Jährige ist Autistin und engagiert sich bei Special Olympics Deutschland. Was für andere selbstverständlich ist, kann für sie zur Herausforderung werden. Laute Supermärkte, volle Busse oder unerwartete Veränderungen kosten viel Kraft. Struktur, Ruhe und klare Abläufe geben ihr Sicherheit.

Eine besondere Kraftquelle ist für Hannah der Fußball. Als Kapitänin führt sie das Unified Team des Franz Sales Hauses Essen aufs Spielfeld. Ihre Kopfhörer helfen ihr, störende Geräusche auszublenden und konzentriert zu bleiben. Doch nicht immer stoßen solche Hilfsmittel auf Verständnis. Das Sonnenblumen-Schlüsselband kann helfen, unsichtbare Bedürfnisse sichtbar zu machen. Allerdings ist seine Bedeutung in Deutschland noch zu wenig bekannt. Sportlerin wünscht sich deshalb mehr Aufklärung und weniger Vorurteile. Denn oft sind es die kleinen Gesten, die Großes bewirken – ein angebotener Sitzplatz, eine freundliche Nachfrage oder ein Moment Geduld. Wichtig ist dabei, die persönlichen Bedürfnisse jedes Menschen zu respektieren. Niemand muss seine Geschichte und seine Behinderungen offenlegen, um Rücksicht zu verdienen.
Hannahs Botschaft ist klar: „Jeder Mensch ist einzigartig und verdient Verständnis.“

Denn echte Inklusion beginnt dort, wo wir auch als Gesellschaft das Unsichtbare ernst nehmen und mitdenken.

Weitere Informationen und ein Interview mit Hannah Pforr